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Ist weniger mehr? Verpackung zwischen Vorschrift und Praxis - mit Max Haschke
Über die steigenden Anforderungen an Verpackungen, Nachhaltigkeit und den Spagat zwischen Regulierung und Praxis.

In a nutshell: Die Zeiten, in denen Verpackung eine Nebensache war, sind vorbei. Wer heute in der Industrie tätig ist, muss sich mit komplexen Regulierungen, steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen und neuen Erwartungen an Recycling und Materialverwendung auseinandersetzen. Doch sind die neuen Vorschriften eine Überregulierung oder der notwendige Impuls, um die Branche voranzubringen? Darüber sprechen wir mit Max Haschke, unabhängiger Verpackungsberater und Host des Podcasts "Packend anders".
Warum sind Verpackungen plötzlich so ein großes Thema?
In der B2C-Welt ist das Bewusstsein für nachhaltige Verpackungen bereits tief verankert. Kund*innen reagieren sensibel, wenn sie ihre Online-Bestellungen aus unnötig großen oder nicht nachhaltigen Materialien auspacken. Doch in der Industrie scheint das Thema noch nicht in der gleichen Intensität angekommen zu sein. Haschke erklärt, dass der Druck in B2B-Märkten geringer ist, da Verpackung hier primär dem Produktschutz dient. Dennoch wächst das Interesse an nachhaltigen Lösungen, insbesondere durch neue EU-Richtlinien und steigende Anforderungen an Recycling und Kreislaufwirtschaft.
Verpackungsstrategie statt Flickwerk
Viele Unternehmen setzen sich erst mit Verpackung auseinander, wenn Probleme auftreten: steigende Kosten, ineffiziente Prozesse oder hohe Reklamationsquoten. Haschke plädiert dafür, Verpackung als strategisches Thema zu betrachten. Eine gut durchdachte Verpackungsstrategie kann nicht nur Kosten senken, sondern auch die Nachhaltigkeitsbilanz verbessern und das Handling in der Logistik optimieren.
Drei Schwerpunkte in der aktuellen Entwicklung:
- Materialreduktion & Kreislauffähigkeit – Weniger ist mehr: Verpackungen werden kompakter, effizienter und aus besser recycelbaren Materialien gefertigt.
- Mehrweg statt Einweg – Gerade in Lieferketten wird das Potenzial von Mehrwegsystemen stärker genutzt, auch wenn es organisatorische Herausforderungen mit sich bringt.
- Automatisierung & Effizienz – Die Digitalisierung und Automatisierung von Verpackungsprozessen gewinnt an Bedeutung, um Fachkräfte zu entlasten und Kosten zu senken.
Nachhaltigkeit vs. Produktschutz – Wo liegt der Kompromiss?
Ein oft unterschätztes Problem: Eine zu minimalistische Verpackung kann dazu führen, dass Produkte beschädigt ankommen. Und wenn ein Produkt durch schlechte Verpackung unbrauchbar wird, ist der ökologische Schaden meist größer als durch eine etwas stabilere Verpackung. "Die richtige Balance zwischen Nachhaltigkeit und Produktschutz ist entscheidend", betont Haschke.
Regulierung als Innovationstreiber
Auch wenn viele Unternehmen neue Vorschriften als Belastung empfinden, sieht Haschke darin auch eine Chance: "Wir haben eine einzigartige Gelegenheit, Verpackung endlich effizienter und nachhaltiger zu gestalten." Die neuen Regularien zwingen Unternehmen, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen – was langfristig sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch von Vorteil sein kann.
Fazit: Verpackung muss neu gedacht werden
Die Verpackungsbranche steht an einem Wendepunkt. Zwischen Kostendruck, Nachhaltigkeitsanforderungen und Regulierungen braucht es strategische Ansätze, die alle Faktoren berücksichtigen. Klar ist: Unternehmen, die Verpackung nur als notwendiges Übel betrachten, werden auf lange Sicht hinterherhinken. Diejenigen, die jetzt in smarte Lösungen investieren, können dagegen von den aktuellen Entwicklungen profitieren.
👉 Neugierig geworden? Dann hör dir die ganze Folge an!
Spotify: https://spoti.fi/43RLWjC
Youtube: https://youtu.be/Kh5X3d6fAkg
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